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Ende Gelände?

Ende Gelände?

Die Hiobsbotschaften nehmen kein Ende: Alaska brennt, die Antarktis brennt, der Amazonas brennt, Gletscher schmelzen, Permafrostböden tauen auf …

Die Menschheit ist an einem Scheidepunkt angelangt, an dem es einer neuen Vorstellung von der menschlichen Evolution bedarf.

Evolution ist

kein linearer Prozess vom einfachen zum komplexeren (vom Atom zum Molekül zur Zelle, zum immer komplexeren Organismus).

Evolution ist

kein Auswahlprozess im Darwin’sche Sinne eines Überlebens, Übrigbleibens der biologischen Organismen, die sich einem Habitat, einem ökologischen System am besten „anpassen“ (survival of the „fittest“, was nicht heißt: „Überleben des Stärksten“)

ist vielmehr: die Wendung von 2 Buchstaben in eine andere Richtung, eigentlich ist sie nur: ein Alchemismus.

ist ein Prozess des Kombinierens, Lösens und Rekombinierens, angetrieben von der Kraft des Sichverbindens, der Liebe.

ist eine Weitung des Lebens, gespeist aus der Natur, ein Fluss des Lebendigen, der zwischen den Ufern des Todes durch das Habitat unseres Planeten meandert.

ist schließlich gar keine Evolution in Sinne von Entwicklung/Fortbewegung von A nach B, kein Prozess, sondern eher eine Manifestation, eine Ver-Wirklichung von Potenzialität, ein spontanes Geschehen, eine Vorgang multipler Quantenverschränkungen.

 ist für die Humanität der Prozess der Menschwerdung, der aus der Quelle der Natur entspringt und sich in menschlicher Kulturschöpfung niederschlägt.

 Dabei erleben wir heute diese Kulturschöpfung als eine Art ausbeuterischen Akkulturationsprozess, in dem die „natürliche“ oder Quell-Lebensform des Menschen segregiert, marginalisiert, integriert oder assimiliert wird (etwa im Sinne von Berry).

Nur, wenn es dem Menschen gelingt, seine Kulturschöpfung so zu steuern, dass sie der Quell-Form entspricht (also diese weder segregiert/abtrennt, marginalisiert/isoliert oder assimiliert/auflöst), besteht Aussicht auf eine fortdauernde Teilnahme an den Lebensprozessen dieses Planeten.

Alle anderen Varianten der Kulturschöpfung führen unweigerlich zum Ausscheiden des Menschen aus dem Evolutionsgeschehen, sei es durch Zerstörung der Biosphäre und/oder eine selbstzerstörerische transhumanistische Algorithmisierung.

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