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Folge der Freude

Folge der Freude

Folge deiner Glückseligkeit!

Joseph Campbell erläutert in der berühmten Interview-Serie* mit Bill Moyers für die amerikanische PBS, was ein erfülltes Leben ausmacht:

„Du musst deiner eigenen Glückseligkeit folgen! Wenn du deiner Freude folgst, folgst du du einer Spur, die die ganze Zeit schon da war, auf dich gewartet hat. Und dann wird das Leben, das du leben solltest, das Leben, das du lebst. Wo immer du bist – wenn du deiner eigenen Glückseligkeit folgst, kannst du dich an dieser Erfrischung, an diesem Leben in dir, die ganze Zeit über erfreuen.“

Die eigene Freude zu erkennen, fährt Campbell fort, erfordert jedoch das, was er den „heiligen Raum“ nennt, Momente der ununterbrochenen Reflexion und des kreativen Wirkens:
„Der heilige Raum ist heute eine absolute Notwendigkeit für jeden Menschen. Man muss einen Raum oder eine bestimmte Stunde am Tag haben, an dem es keine Rolle spielt, was heute in den Zeitungen steht, ob du weißt, wer deine Freunde sind, wem du etwas schuldest oder von wem du etwas zu fordern hast. Das ist der Raum, an dem du einfach erfahren und ausdrücken kannst, was du bist und was du sein könntest. Das ist der Ort der kreativen Inkubation. Anfangs kommt es dir vielleicht so vor, als ob nichts passiert. Aber wenn du dir einen heiligen Raum geschaffen hast, kannst ihn nutzen, und irgendwann wird etwas passieren.“

Und Campbell weiter:
„Immer wieder haben wir diese kleinen Erlebnisse, die zu einem sprechen und einem intuitiv sagen: hier erlebst du gerade Glückseligkeit. Halte diese Momente fest. Keiner kann sagen, was es sein wird. Du musst lernen, deine eigene Tiefe zu erkennen.“

Gefragt, wie er denn darauf gekommen sei, antwortet Campbell:
„In Sanskrit, der großen spirituellen Sprache der Welt, gibt es drei Begriffe, welche die Schwelle zum und das Sprungbrett in den Ozean der Transzendenz bezeichnen: Sat, Chit, Ananda. „Sat“ heißt sein, „Chit“ Bewusstsein. „Ananda“ heißt Glückseligkeit oder Verzückung. Ich weiß nicht, ob mein Bewusstsein das wahre Bewusstsein ist, ich weiß auch nicht, ob das, was ich von meinem Sein weiß, mein wahres Sein ist – aber ich weiß, was Verzückung ist. Also halte ich mich an die Verzückung und diese wird mir sowohl das richtige Bewusstsein als auch das wahre Sein geben.
Ich habe festgestellt, dass das funktioniert. Wenn du deiner Glückseligkeit folgst, dann bist du in der richtigen Spur. Wenn du das zu erkennen vermagst, dann beginnst du die Leute zu treffen, die in deinem Feld der Glückseligkeit sind, und sie werden dir die Türen zu dir öffnen. Ich empfehle: Folge deiner Glückseligkeit und fürchte dich nicht. Es werden sich Türen auftun, von denen du gar nicht wusstest, dass es sie gibt.“


Der wichtigste und auch unangenehmste Teil der Suche nach der eigenen Glückseligkeit ist, so Campbell, der Aspekt der Ungewissheit, es ist der Wille, um es mit den zeitlosen Worten von Rilke zu sagen, „die Fragen zu leben“ statt nach den schnellen Antworten zu suchen:
„Das Abenteuer ist die Belohnung selbst – aber es ist zwangsläufig mit Gefahren verbunden, birgt positive und negative Möglichkeiten, die sich jeder Kontrolle entziehen. Wir müssen unseren eigenen Weg gehen, nicht den des Vaters oder der Mutter … das Leben kann austrocknen, wenn du dich nicht auf machst in dein eigenes Abenteuer.
Es gibt etwas in dir, das weiß, wann du zentriert bist, das weiß, wann du auf dem Seil balancierst und wann du abgestiegen bist. Und wenn du absteigst, um Geld zu verdienen, dann hast du dein Leben verloren. Wenn du aber im Zentrum bleibst und kein Geld verdienst, dann hast du immer noch deine Glückseligkeit!“

Diesen Raum der Glückseligkeit kannst du dir an jedem Tag um 11 Uhr während des Stillstehens erschaffen: standingstill4future.net

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