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Komm mit!

Komm mit!

Heute vor 80 Jahren begann der 2. Weltkrieg mit einem brutalen Angriff der deutschen Wehrmacht auf das völlig wehrlose polnische Städtchen Wielun. Der Auftakt für einen „wütenden, entfesselten Vernichtungswillen“, wie Bundespräsident Steinmeier richtig sagt. Im Namen von psychopathologischem „Identitätsgefühl“, sprich Rassismus, von „Normalität“, sprich Uniformität, schlicht als Ausdruck kollektiven Überlegenheits-/Egowahns.

In diesen Tagen erhebt diese Hydra wieder ihr Haupt, überall auf der Welt: Die Verunglimpfung, Abwertung, Ausgrenzung, der Wahn, nimmt viele, ungeheuerliche Formen an (etwa die unsäglichen Angriffe auf das kleine Mädchen Greta Thunberg in den USA … bei gleichzeitigem Amokshooting in Texas).

Was soll man dazu sagen? Vielleicht, alle die mit Mühsal beladenen, gepeinigten Selbsthassenden und diesen Hass auf das „Andere/Fremde“ Ableitenden (oder diesen Hass aus Kalkül Schürenden) dazu aufrufen, MITZUKOMMEN, die Wut abzustreifen, dieses wunderbare und gute Gefühl von Menschlichkeit, Zuwendung, Solidarität, ja von sich Selbst zu entdecken und zur Besinnung zu kommen, dass es im Leben nur um die Liebe geht, so wie es Rumi in diesem einmalig schönen Gedicht ausdrückt:

Komm’ mit, komm’ mit uns, wer immer du bist.
Suchender, Gläubiger oder Getriebener,
Es hat keine Bedeutung.
Denn unsere ist keine Karavane der Verzweiflung,
Komm’ mit uns, auch wenn du deinen Schwur tausendfach gebrochen hast,
Komm’ mit uns, und wenn du gehst, komm’ wieder, eins ums andere Mal.
Ihr Liebenden, Ihr Liebenden, es ist an der Zeit,
Hinauszueilen aus dieser Welt!
Ich höre die Trommeln widerhallen in meiner Seele,
Aus den Tiefen der Sterne tönt ihr Schlag
.
Unser Kameltreiber macht sich zu schaffen,
Die Karavane ist fertig zum Aufbruch.
Er bittet um Verzeihung,
Dass er uns gestört hat und
Fragt, warum wir noch schlafen.
Überall scharrt und ruft es nach Abreise.
Die Sterne werfen, hinter blauen Schleiern,
Ihr flackernd Licht auf uns.
Ein wundersames Völkchen ist versammelt,
Sich aufzumachen in die unendliche, unwahrnehmbare Ebene.

 

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